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INHALTSVERZEICHNIS
1. Einleitung
2. Hintergrund
2.1. Landtagswahl in Niederösterreich
2.2. Gescheiterter „Liederbuch-Skandal“ im profil
3. Die „Liederbuch-Affäre“
3.1. Veröffentlichung des Falters und erste Reaktionen
3.2. Erste Reaktionen der FPÖ
3.3. Weitere Reaktionen
3.4. Kritik der Skandalisierung
4. Die Folgen
4.1. ÖVP schloss Zusammenarbeit aus
4.2. Auswirkung auf das Wahlergebnis
4.3. Strafrechtliche Ermittlungen
4.4. Ausschluss der Burschenschaft aus dem ÖPR
4.5. Rücktritt und Rückkehr von Udo Landbauer
4.6. Historikerkommission
5. Die Rolle der Medien
5.1. Die Falter-Veröffentlichung
5.2. Berichterstattung
5.3. Schrittweise Skandalisierung
5.4. Die befragten Experten
6. Das Liederbuch
6.1. Das Germania-Liederbuch
6.2. Das „Liederbüchlein für unterwegs“
6.3. Die inkriminierten Lieder
6.3.1. Es lagen die alten Germanen
6.3.2. Wenn alle Untreu werden
6.3.3. Und wenn wir marschieren
6.3.4. Negeraufstand ist in Kuba
6.3.5. Legion Condor
6.3.6. Auf Kreta (in Sturm und in Regen)
6.3.7. Burenlied (Ein Kampf ist entbrannt)
6.3.8. Was ist des Deutschen Vaterland?
6.3.9. Hohe Nacht der klaren Sterne
6.4. Weitere Lieder
6.4.1. Der Gott, der Eisen wachsen ließ
6.4.2. Ein Heller und ein Batzen
6.4.3. Märkische Heide
6.4.4. Das Leben ist ein Würfelspiel
6.4.5. Ob’s stürmt oder schneit/Panzerlied
7. Die Vorwürfe
7.1. „Nazi-Liederbuch“
7.2. Rassismus-Vorwurf
7.3. Antisemitismus-Vorwurf
7.4. Frage der Schwärzung und Verwendung
8. Die zentralen Akteure
8.1. Udo Landbauer
8.2. Pennale Burschenschaft Germania zu Wiener Neustadt
8.3. Der Falter
8.4. Fragwürdige Experten
8.4.1. Dokumentationsarchiv des öst. Widerstandes
8.4.2. Andreas Peham
8.4.3. Bernhard Weidinger
8.4.4. Willi Mernyi
8.4.5. Hans-Henning Scharsach
9. Fazit

1. Einleitung

Die sogenannte „Liederbuch-Affäre“ hat im Jahr 2018 nicht nur für mehrere Wochen die Schlagzeilen dominiert, sondern ist inzwischen sogar zum politischen Schlagwort avanciert. Sie beeinflusste nicht nur die niederösterreichische Landtagswahl maßgeblich, sondern prägte das öffentliche Bild der Burschenschaften in allen Debatten seit 2018.

Auch innerhalb des „Dritten Lagers“ – die traditionelle Bezeichnung für das deutschnationale bis nationalliberale Lager in Österreich – sorgte die Affäre für Wirbel: Diepennale Burschenschaft Germania zu Wiener Neustadtwurde kurzzeitig aus ihrem Dachverband, dem Österreichischen Pennäler Ring (ÖPR) ausgeschlossen, der Spitzenkandidat der Freiheitlichen Partei Österreich, Udo Landbauer, wiederum trat seinerseits aus der Burschenschaft aus und der FPÖ-Parteiobmann Heinz-Christian Strache erklärte letztlich: „Burschenschaften haben nichts mit der FPÖ zu tun.“[1]

Die Affäre basierte auf einer Veröffentlichung der Wiener Stadtzeitung Falter vom23.01.2018. In dem Bericht, der nur fünf Tage vor der niederösterreichischen Landtagswahl erschien, formulierte die Falter-Journalistin auch den zentralen Vorwurf:

„Wie FALTER-Recherchen zeigen, verlegt die Burschenschaft ‘Germania zu Wiener Neustadt’, dessen stellvertretender Vorsitzender Landbauer ist, ein Liederbuch, in dem der Judenmord und das Naziregime verherrlicht werden.“[2]

Die Veröffentlichung löste eine Welle an Medienberichten aus, die den Vorwurf des Falterverbreiteten – ein Medienskandal mit weitreichenden Folgen war entstanden. Aufgrund der Tragweite der Liederbuch-Affäre haben wir sie in der vorliegenden Studie näher untersucht und legen damit erstmals eine ausführliche Aufarbeitung vor.

Wir zeichneten dabei die Entwicklung der Affäre von ihrer Entstehung bis zu ihren Folgen nach, unterwarfen die Vorwürfe einem kritischen Blick und widmeten uns der Medienberichterstattung sowie den zentralen Akteuren. Dadurch soll ein ganzheitlicher Blick auf die Rolle von Medien sowie eine politische Einordnung der Affäre ermöglicht werden.

[1]https://diepresse.com/home/innenpolitik/noewahl/5359444/Strache_Burschenschaften-haben-nichts-mit-der-FPOe-zu-tun[21.02.2019].

[2]https://www.falter.at/archiv/wp/schwere-vorwuerfe-gegen-spitzenkandidaten-der-fp-niederoesterreich[21.02.2019].